Dienstag, 3. April 2012

Nähprojekt: Sattel-, Rahmen- & Lenker-Rad-Tasche


UL-Backpacking ist nur ein Aspekt der Möglichkeiten leicht unterwegs zu sein. Unter dem Begriff Bikepacking oder Ultralight-Bikepacking versteckt sich die Möglichkeit wie mit Extraleichtem Rucksack, mit reduzierten UL-Equipment Radtouren zu unternehmen.

Die Reglements sind ähnlich wie beim Rucksack, möglichst wenig Gepäck mit sich transportieren. Ich habe mich bei den Taschen für den Rahmen und dem Lenker an Anbieter wie Carouseldesign orientiert, die Fahrradtaschen u.a. für Longdistance Races kreieren.Die Rahmentasche orientiert sich am Dreieck des Rahmenzwischenraums, eine Trinkflasche kann ich dabei immer noch unter der Rahmenstange unterbringen. Die Lenkerrolle ist eine Ergänzung zur Lenkertasche und kann auch ohne diese separat verwendet werden. Für die Sattelstange habe ich auch noch eine Satteltasche genäht. So sollte ich auch ohne Gepäckträger und großen Ortliebtaschen unterwegs sein können.

Von der reduzierten Varianteverspreche ich mir eine leichtere Transportierbarkeit des Rades auch in unwegsamen Gelände sowie geringerer Baubreite, was die Mitnahme im Zug erleichtert.

Links

ultralight bicycle touring [ Darstellung der Reduktion von Ausrüstung und Fahrradgewicht, auch unter light evolution ]

MYOG Rahmentasche [ youtube-Nähanleitung für Rahmentasche ]

Relevate Design [ us amerik. RadTaschen-Hersteller, Fotoimpressionen von Taschenausrüstungen ]







Samstag, 3. März 2012

Nähprojekt: cuben fiber SUL-Rucksack

Cuben Fiber geistert als das SUL-Material seit geraumer Zeit in den Foren und Selbstbauprojekten der UL-Gemeinde rum. Einige Cottages aus USA (MHMG, ZPacks) und Ausrüster aus UK (Terra-Nova) sowie hoffentlich bald der Laufbursche stellen funktionale und sehr leichte Ausrüstung aus cuben her mit z.T. sehr hohen (Liebhaber-)Preisen. Zum Glück gibt es extremtextil für alle Outdoor-Selbstnähprojektler: Martin hat mit seinem Cuben-Rucksackprojekt mich inspiriert es selber zu versuchen.

Beim Auspacken des Stöffchen, erwies sich das Stöffchen 35 g (Cuben Fiber Laminat, 25g/qm schwarz - schöner als der reinweiße - eher silber/dunkelgrau) als sehr reiss- und schnittfest (soll Schwächen im Abrieb haben). Mit einer normalen Schere geht es nur, wenn man mit Malerkrepp die Schnittkanten stabilisiert. Ansonsten mit einem Teppichschneider. Das Krepp lässt sich leicht wieder abziehen. Als Grundschnitt hab ich eine Vorlage aus dem Netz verwendet (2000 cuinch / ~30 Liter), mit abgerundeten Ecken und Rollverschluss oben (wie classic Ortlieb-Radtaschen).

Zur Stabilisierung kann man im Rücken ein Stück Isomatte gestopft werden (=Sitzunterlage), wie es bei vielen (S)UL-Rucksäcken zu finden ist. Dies dient gleichzeitig der besseren
Rückenhinterlüftung und Tragekomfort. Vorne und an den Seiten habe ich Netztaschen angenäht und zur Komprimierung Gummilitze vorgesehen.

Das Zusammennähen der Teile nach dem Zuschnitt war recht unkompliziert, Cuben ist als Stoff recht steif (aber auch glatt). Probleme hatte ich nur bei den abgerundeten Ecken, weil da dehnt und zieht sich nix (Vgl. RipstopNylon) sowie bei Korrekturen. Falls doch ma eine Naht falsch gesetzt ist, der Stoff ist doch recht dünn und Plaste.

Wenn man die Nähte absolut Wasserdicht haben möchte müsste man nochmal die Näht mit Cuben-Tape nachkleben. So kann man die Schnittkanten auch stabilisieren und dicker machen. Am Boden habe ich ein Stück Ripstop-Nylon mit eingebaut. Das schützt das empflindlichere Cuben vor dem Abrieb und gibt dem Rucksack nochmal etwas Stabilität.

Das Raumvolumen mit ~ 30 Liter + Netztaschen reicht für eine UL-Tour. Große und schwere Lasten würde ich damit nicht transportieren. Das Cuben ist in dem Fall ein echter Spezialist und als Material recht teuer (ca. 25-30 € / lfd. m). Bei größeren Flächen wie Tarp, Zelt oder Hängematte wird es schnell teuer. Es hat allerdings den Vorteil, das es sich nicht dehnt wie Ripstop-Nylon. Für SUL-Touren wäre es als Tarp - meine Wahl. (Trekking-Lite-Store: HMG Cupen-Tarp 219 €, MYOG Material ~ ca. 100 €, aber nicht ganz die ausgeklügelte Variante :-).

Informationen findet man ziemlich viele, insbesondere BLOG's und Shops sowie mit weiteren Infos, Schlagwörter: 'MYOG' 'DIY' 'ultralight' 'cuben fiber' 'tarp' 'backpack' tent'.


MYOG-Infos in Foren

Trekking-Ultraleicht (Forum für UltraLight, deutsch)
Outdoorseiten (alles rund um Outdoor, auch MYOG, deutsch)
BackpackingLight (Zeitschrift mit kostenpflichtigen Artikeln zum Thema, mit Forum, engl.)

weitere Hersteller/Ausrüster

GossamerGear (amerikanischer Hersteller, mit BLOG und Tips)
Golite (amerik. Hersteller)
Six Moon Design (amerik. Hersteller, BLOG und Infos)

BLOG's (Auswahl)

Hiking Finland (Videoprojekt Ultralight A-Z, engl.)
Q bloogt (mit einer riesigen Übersicht an weiteren Seiten, deutsch)

Montag, 24. Mai 2010

Messenger Bag DIY

Ich wollte schon immer ein Messenger Bag haben - nun kosten die Teile im Laden so zwischen 90 und 200 €, je nach Größe, Ausstattung und Hersteller. Ein Klassiker ist sicherlich timbuk2.com mit der Möglichkeit seine eigene Tasche zu konfektionieren. Doch auch einige Berliner Taschenlabels sind in dem Bereich umtriebig: berlinbag.com. Über Form, Farbe und Größe gibt's sicherlich versch. Geschmäcker, mich interessierte es aus einem einfachen Schnitt eine individuelle Tasche zu realisieren.

Gedacht getan. Bei youtube kann man sich ein Video vom MAKEMagazine zum Thema anschauen, mit einem Hinweis auf eine super Anleitung von eeio (inkl. Schnittmuster). Meine Tasche ist ein Recycling-Produkt aus alten Taschen (Planenstoff) und einer alten NVA-Zeltbahn (strichtarn), Schlüsselbänder-Schnapper als Schließen sowie Klettverschlußband.

Als Applikation auf dem Deckel hab ich noch einen Rest 100er Cordura sowie silbernes Panzertape verwendet.
Unzufrieden bin ich noch mit der Aufhängung, ist schöner die Gurtbänder direkt aus den Nähten kommen zu lassen, auch die Position muss ich noch optimieren. Wer es sich einfacher machen möchte, kann auch aus Planenresten ohne Innenfutter die Tasche bauen oder wie im MakeMakezin Video aus Platik-Einkaufsbeuteln zusammenbügeln - ist dann an einem halben Nachmittag erledigt.

Make Magazine - Anleitung (pdf)
weitere Anleitung Messenger Bag von Fahrradzukunft
Zubehör für Taschen und andere DIY-Nähprojekte: www.extremtextil.de
Planenstoffe bei planenwelt und funfabric.com




Freitag, 16. April 2010

Take-Down-Bogen "simpel"


Der Take-Down-Bogen hat viele Vorteile: kleines Packmaß, damit viel transportabler als der klassische Langbogen oder etwas kürzere Reiterbogen. Sportbögen werden i.d.R. als Take-Down gebaut - an einen Es Griffs aus Holz oder Metall werden die Wurfarme aufgeschraubt. Für den traditionellen Bogen gibte es professionelle Schraub- und Steckverbindungen.

Für den Selbstbau auch sog. Take-Down-Sleeves - Metallhülsen die auf die Bogenteile angepasst ein mehrteiliges Take-Down-Stecksystem ergeben. Auch das System ist relativ aufwendig - das es mit 3 oder 2 Hülsen arbeitet. Die Kosten für die Beschaffung sind auch nicht ohne. Es sind ca 40 € für einen Bogen zzgl. Versand zu berappen.

Alternativ kann man versuch ein möglichst simples Stecksystem selber zu realisieren. Man kann sich möglichst dünnwandige (1 mm) Metallrohre von ca. 40 mm Durchmesser (und ensprechend passendes Rohr für Innenhülse) besorgen und diese dann so formen das sie einen Ovalen Querschnitt ergeben. Die Kaufhülsen sind eine Kombination aus Messing (für die Innenhülsen) und Stahl für die Außenhülse. Mein Versuch (noch nicht realisiert) mit dünnwandigen Edelstahlrohren könnte auch funktionieren.

Alternativ kann man auch ein einteiliges Take-Down-System bauen, d.h. nur auf einer Seite wird ein angepasstes Rohr (hier Alu, ca. 10 cm Länge, 40 mm Durchmesser) eingeklebt und das andere Bogenstück zum Stecken angepasst. Damit das Gegenstück in der Hülse gut sitzt wird in die Hülse Epoxkleber, Spachtelmasse od. ähnl. reingebracht - der Steckstumpf mit Frischhaltefolie dünn umwickelt und in die Hülse gesteckt. Masse bzw. Expoxy trocknen lassen - Bogen wieder teilen und Folie abziehen.

Eigene Erfahrung: Der Bogen ließ sich durch die Folie erstaunlich leicht wieder teilen. Wenn man einen schon fertigen Bogen zersägt, kann die spätere Korrektur der Bogenharmonie ziemlich fummlig sein. Bei mir ging es nur mit viel Dämpfen und Biegen im nachhinein. Ergebnis: ein recht kurzer, transportabler Manaubogen 30 lbs. (zusammengesteckt ca. 130 cm Länge).

Selbstbau
3-teilige Take-Down-Hülsenverbindung - Selbstbauanltg. (franz.)
Take-Down (Selbstbau) mit Vierkantstahlrohr im Griff (engl.)
Take-Down mit Fieberglas - Selbstbauanleitung (engl.)
Metallrohre bekommt man u.a. bei Gemmel-Metalle
Videoanleitung (mehrteiliges System): Video 1, Video 2 (engl.)

Kaufen
Take-Down-Hülsen - Bogensport Hermanski (ca. 45 € zzgl. Versand)
Takedown-Sleeves - Flybowshop.com (36 € zzgl. Versand aus Irland)
Aufwendiges Bolt-Take-Down-System - Bauanleitung (engl.),
die fertige Verbindung als Bolt-System
TD-Bolt-System "Nalongo" - ein bestellbare Bogenrohling eingebaut

Sonntag, 11. April 2010

Bambus-Radl-Anhänger


Ein paar Bambusstangen auf Halde, die Idee damit etwas zu machen und ein Transportproblem zu lösen stolper ich kurz vor Ostern über ein Bambusradprojekt. Craig Calfee aus USA hat in Afrika ein Projekt am laufen mit nachwachsenden heimischen Rohstoffen Rad'lrahmen zu konstruieren.

Diese müssen den harten täglichen Einsätzen standhalten und sollen einfach, Ressourcen schonend umsetzbar und günstig herstellbar sein. Ein Video1, Video2 beweist ein zuladbare Konstruktion mit 2 Zementsäcken. Auch in hiesigen Breiten erfreuen sich Menschen an der Idee es Craig nachzumachen und ein ungewöhnliches Design selber zu realisieren und ein altes Bike in neuen Bambusrohr erstrahlen zu lassen (Projekt in Berlin).

Seid einiger Zeit gibt es aber schon eine Konstruktionsanleitung für einen einfach zu bauenden Fahrradanhänger - u.a. auch aus Bambusrohr für den Rahmen. Dieser wurde wohl schon über 4000 Mal realisiert aus den unterschiedlichsten Materialien. Meine Grundlagen waren 30 mm Bambusrohre, ein Mastschuh aus verzinkten Stahl den ich in Ermangelung an Blech auseinander flexte, um die Radaufhängung und die Anhängerkupplung zu bauen.

Anleitung zum Bau eines Bamboo Bike Trailer (pdf)
Blog zum bamboo bike trailer (engl.)
Conbam (Bezugsquelle Bambus)

Freitag, 12. März 2010

Selbstbau: Werkbank und Schnitzbank

Werkbank

Irgendwann kommt einmal der Tag, da der provisorisch angebrachte Schraubstock, am provisorischen "Schreibtisch" nicht mehr erträglich erscheint. Was bleibt einem da übrig als sich sowas zu kaufen oder zu bauen. Ebay bietet einige brauchbar erscheinende Werkbänke um 50 € - aus der Hobbyecke sogar neu für um die 100 €! Nur passen die gerade nicht in mein "Arbeitszimmer" und die 90 cm Standarbeitshöhe halten die günstigen auch nicht ein.

Also Selbstbau - zum Glück gibts zur Anregung diverse MYOG u.a. bei youtube. Gesagt getan, inzwischen ist auch der Schraubstock befestigt und die Werkbank in schwer genug um mit dem Ziehmesser ordentlich Späne vom Rohling zu holen.

Als Abfallprodukt kam auch noch eine Kramkiste für die sonst in Pappkartons lagernden Werkzeuge raus - aber der Platz reicht immer noch nicht - jetzt bestell ich ein paar Werkzeugkisten (mir fehlt einfach die Geduld für weitere).

einige engl. Videobauanleitung auf youtube:
Weekendworkbench; Garage Workbench

Schnitzbank (Schaving Horse)

Die Klemmvorrichtung als Schnitzbank ist ein Tool das wohl auf keinem Bauernhof oder Holzbearbeiter bis Anfang des 20. Jh. gefehlt hat. Alles was länglich und rundlich aus Holz mit Ziehmesser zu bearbeiten wäre, ist damit leicht zu realisieren. Kaufpreis für so ein Vehikel bei Dick.biz z.B. 290 € - da liegt der Selbstbau nahe.

Ich habe es aus diversen Weißholzbohlen und Brettern gesägt und geschraubt, aber auch Abfallholz lässt sich super verarbeiten (siehe Bauanleitung). Mein Konstrukt hat in der Stabilität ein paar Mängel, obs am Holz, der Verschraubung oder an der Konstruktion liegt? Erfahrungsgemäß würde ich nächste mal eine andere Variante probieren, die auch leichte zu transportieren geht.

Mobiles Shaving Horse
- engl. Bauanleitung
Schnitzbank - engl. Bauanleitung
www.dick.biz - Werkänke, Schnitzbank, dt. Bauanleitung

Montag, 30. November 2009

Winter steht vor der Tür- immer noch Bogenzeit

In letzter Zeit war nicht soviel Lücke um in meinem momentanen Lieblingshobby zu werkeln. Aber dafür habe ich zwei neue Bögen gefertigt: Rattan- & Hollunderbogen.

Der Hollerbogen, hat mich etwas Nerven gekostet, ein Hollunderstück vom netten östereichischen Bogenbauer Matthias Wiltschko, weil es leicht snacky mit verdrehten Wurfarmenden war. Den perfekten Tiller hab ich nicht hinbekommen, aber Hollunder als Bogenholz schätzen gelernt. Es ist wirklich sehr fest, wunderbar hellgelb und sicherlich leichter zu erhalten als Osage (bei Matthias: 15-20 €, im Vgl. zu Osage 100 € pro Staven).
Ein weitere Schwierigkeit: Um den leicht aus der Mitte laufenden Bogensehnenverlauf zu trimmen, hab ich den Griffbereich mit Rohhaut einseitig verstärkt, am Anfang hatte ich zuviel dort schon in Form gebracht. Lerning: Griffbereich erst mal ganz in Ruhe lassen, insbesondere wenn man ihn noch mit Restholz aufbaut, weil die Dicke nicht ausreicht.

Die Manaubögen mit "indianischer" Bemalung - im Versuch ein paar Freunde und Bekannte für mein Hobby zu begeistern, hab ich sie dazu angestiftet einen Manaubogen zu bauen, sie bauen noch, ich bin schon mit dem 2 Bögen fertig. Für mich was es das erste Mal mich mit dem Dämpfen zu beschäftigen.

Bei Manau (od. Rattan) einer Grasart wie Bambus oder einer Lianenart (weiß ich nicht so genau) ist die Beschaffenheit ideal: Faserbündel, die dem gesamten Stengelverlauf parallel folgen.

Nach dem Dämpfen über einen Kochtopf (ca. 10-15 Minuten) lassen sich sehr leicht Recurves in die Wurfarmenden reinbiegen oder weitere Kurven in den Wurfarmen bzw. Griffbereich. Damit erinnert die Form ein wenig den gekürzten Reiterbogenformen.

Ein paar Pfeile mit mittelalterlicher Feldspitze sind dazugekommen. Das Cresting habe ich mit schwarzem Edding und silbernen Lackstift aufgebracht. Zur Erleichterung des Bau von Bogensehnen hab ich mir ein Sehnenbrett gebaut. Zur Anwendung gibt es eine prima Videoanleitung auf youtube, wenn man es erst einmal gemacht hat, ist es überhaupt nicht mehr schwer eine Bogensehne mit flämischen Spleiß zu bauen. Der Bau eines Sehnenbrett lohnt aber sicherlich nur wenn man mehrere Sehnen pro Jahr braucht.


Scherer ohg (Korbflechtwaren, u.a. Ratan ca. 40 mm)
Rattanbogenbau (weitere Bauanleitungen bei www.simeoni.de)
Bau eines Rattan Indianerbogen (PDF-Bauanleitung mit Bauskizze)